PROFINET Diagnose-Lösung hebt Condition Monitoring auf neues Niveau

Um die Anlagensicherheit beim Umgang mit Magnesium weiter zu erhöhen, hat die Leichtmetallgießerei Handtmann vier neue Druckgussmaschinen mit der PROFINET Diagnose-Lösung TH SCOPE und TH LINK von Softing Industrial Automation ausgestattet. Mithilfe dieser Lösung können mehrere Feldbusnetze und Protokolle gleichzeitig überwacht werden, sodass in Summe eine durchgängig hohe Netzstabilität gewährleistet ist.

In den Jahren 2015/16 hat Handtmann am Standort Biberach rund 25 Millionen Euro in den Bau einer neuen Produktionsstätte investiert, in der Magnesiumteile gegossen werden. Vier neue, hochmoderne Maschinen mit  2.500 und 1.800 Tonnen Schließdruck ergänzen seither das im Normalgeschäft genutzte Equipment von vollautomatisierten Kaltkammer-Druckgussmaschinen. Seit Inbetriebnahme der neuen Druckgussmaschinen nutzt Handtmann mit PROFINET bereits den offenen Industrial-Ethernet-Standard für die Automatisierung. Erweiterte Möglichkeiten des Condition Monitoring bietet die Diagnose-Lösung TH SCOPE und TH LINK der in Haar ansässigen Softing Industrial Automation. Hierbei handelt es sich um eine integrierte Softwarelösung für die kontinuierliche Zustandsüberwachung und die vorausschauende Wartung sowie für Abnahmemessungen und die Fehlerlokalisierung im Störfall. Im Zuge dessen erfasst TH LINK relevante Daten in IP-Netzen mit bis zu 253 Teilnehmern und stellt diese dem Anwender per TH SCOPE zur Verfügung. Das Modul kann sowohl in einen vorhandenen Maschinenpark als auch in Neuanlagen integriert werden.

„Für uns war es wichtig, alle denkbaren Potenziale auszuschöpfen, um ein Höchstmaß an Anlagensicherheit beim Gießen von Magnesium gewährleisten zu können“, erklärt Holger Schöllhorn. „Durchgängige Transparenz und permanente Überwachung waren hierbei von Relevanz. Parallel nutzen wir die Chance, Steuerungskomponenten der neuesten Generation in der Praxis kennenzulernen, um diese dann später auch bei weiteren Druckgusszellen zielsicher nutzen zu können.“

Vielfältige Möglichkeiten in nur einem System

TH SCOPE adressiert sowohl Anlagenbetreiber als auch das Instandhaltungspersonal. In Kombination mit TH LINK-Komponenten unterstützt das Produkt neben PROFINET alle gängigen Netzprotokolle. „Die Anwendung lässt sich flexibel in vorhandene Systeme und Prozesse integrierten und die Bedienung ist absolut einfach, sodass kein Netz-Spezialwissen erforderlich ist“, berichtet Anton Winkler, Field Application Engineer bei Softing. Der Zugriff erfolgt stationär oder mobil. Sämtliche Diagnosedaten können exportiert und zum Beispiel via Excel weiterverarbeitet werden. „Außerdem lassen sich Fehler- und Netzstatistiken auch für historische Daten oder für ein frei definierbares Zeitfenster generieren“, so Anton Winkler weiter.

Auch für Veränderungen bestens gewappnet

Die Software kann wahlweise auf einer Realanlage oder in einer virtuellen Maschine (VM) aufgesetzt werden. Handtmann hat sich für Letzteres entschieden. Vorteil des virtuellen Abbildes ist, dass etwaige Hardwareausfälle keine enormen Kosten nach sich ziehen, so das Unternehmen. Man arbeite praktisch mit einer Art Lego-Baukasten und auch die Wartung gestalte sich wesentlich einfacher. Innerhalb einer Woche waren die Implementierung, Parametrierung und Inbetriebnahme von TH SCOPE und TH LINK abgeschlossen.

Seither profitiert Handtmann von einer konstanten, webbasierten Netzüberwachung mit Alarmierung und einer protokollübergreifenden Vereinheitlichung. In nur einem System vereint die PROFINET Diagnose-Software alle erforderlichen Funktionen für das Monitoring und Analysen. Parallel lassen sich Statistiken und Dokumentationen der angeschlossenen Netze erstellen. Holger Schöllhorn bringt den Nutzen der Anwendung für sein Unternehmen auf den Punkt: „Sicherheit, Protokollierbarkeit, Veränderungsüberwachung.“ Angesichts der mit dem Handling von Magnesium einhergehenden Brisanz, aber auch vor dem Hintergrund des unaufhörlich wachsenden Datenaufkommens, seien diese Faktoren heute wichtiger denn je.

„Der große Vorteil von TH SCOPE ist, dass mehrere Feldbusnetze und Kommunikationsprotokolle mithilfe einer einzigen Anwendung parallel überwacht werden können“, ergänzt Anton Winkler von Softing Industrial Automation, der die Umsetzung des Projekts technisch unterstützt hat. Bei Störungen werden dem Nutzer automatisiert passende Hinweise zu deren Eliminierung unterbreitet. Darüber hinaus könne der Zustand des Netzes als Referenz für zukünftige Abgleiche genutzt werden.

Es ist geplant, zukünftig sämtliche Druckgussmaschinen von Handtmann auf den PROFINET-Standard aufzurüsten, um durchgängig weitere Wertschöpfung generieren zu können. Denkbar ist auch, dass weitere TH LINKs zum Einsatz kommen, die sich im kompletten Netz bestens auskennen und in ihrer Agentenfunktion aktiv für Ausfallsicherheit auf allen Ebenen sorgen.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel hier.

x

Softing Industrial

«

Wir verwenden Cookies. Mit der weiteren Nutzung unserer Seite stimmen Sie dem zu. Details und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.